Beobachten und Lernen

Einer unserer Schritte in der Hundeerziehung war das Beobachten. Emma sollte durch Beobachten lernen. Begonnen haben wir damit bereits in der ersten Stunde der Welpenschule.

Da Emma nicht in der Lage war mit anderen Welpen zu spielen und herumzutollen, sollte sie erst einmal die anderen Welpen beobachten. Die anderen 5 Welpen tobten unter Aufsicht im Welpengehege. Wir standen vor dem Zaun und Emma schaute gebannt zu den kleinen Hunden. In der zweiten Stunde lief sie schon am Zaun entlang, in der dritten Stunde wollte sie am liebsten zu den anderen Hunden, aber ihre Angst war noch zu groß.

In unserem Hundeverein gibt es zwei Welpengehege. Als wir zur vierten Stunde kamen, stand in dem einen Gehege, einsam und verlassen ein Stuhl. Keiner von uns hatte auch nur eine Ahnung was das sollte. Aber Ute erklärte es uns sehr schnell. Ich sollte mich mit Emma auf dem Schoß auf den Stuhl setzen. Ute wählte einen Welpen aus, der vom Charakter zu Emma passte. Der Welpe durfte nicht dominant sein. So kam Kyra zu uns ins Gehege. Es dauerte nicht lange und Kyra kam neugierig zu uns. Auch Emma fand es spannend und wollte vom Schoß. So hat Emma das erste Mal in ihrem Leben mit einem anderen Welpen gespielt. Es klappte prima und die Beiden wurden dicke Freunde.

So haben wir diese Einheiten von Woche zu Woche ein klein wenig gesteigert. Ein Spiel mit einem anderen Welpen und später auch mit mehreren Welpen. Aber immer kontrolliert, damit Emma keine schlechten Erfahrungen machte.

Emma hatte ja auch große Probleme mit allen Umweltgeräuschen. Um diese Probleme in den Griff zu bekommen, habe ich mich sehr häufig mit Emma auf dem Schoß auf eine sehr abgelegene Bank gesetzt. So konnte sie das Geschehen (Fenster klappen, Husten, Rufen usw.) um sich herum aufnehmen. Dazu habe ich den im Blogartikel „Was ist eigentlich ein Angsthund“ erklärten „Griff“ angewendet. So hatte ich ihre Atmung, den Herzschlag und das Zittern unter Kontrolle. So lange Emma zitterte und kein Leckerli aufnehmen konnte, durfte ich sie nicht aus der Situation lassen! Sie hätte sonst die Situation negativ verknüpft.

Nach und nach bin ich mit Emma zu belebteren Plätzen gegangen. Erst bei uns im Park, später auch zu unserer Einkaufspassage. Noch heute mag Emma die Einkaufszeile nicht. Aber immerhin kann ich mit ihr dort vorbei gehen.

Auch die lauten Geräusche der Gerätschaften unserer Gärtner waren ein Problem. Damit Emma ihre Scheu verliert, habe ich sie in der Wohnung auf die Fensterbank gesetzt. So konnte sie sich das Geschehen aus sicherer Entfernung ansehen und verarbeiten. Das hat prima geklappt. Rasenmäher oder Laubsauger sind heute überhaupt kein Problem mehr. Noch heute liebt es Emma auf der Fensterbank zu sitzen. Leider ist die Fensterbank inzwischen eigentlich zu schmal für Emma. Ich muss immer dabei stehen bleiben, damit sie nicht runterfällt…..

Sabine und Emma