Berühr den Target

Bereits in den ersten Wochen unserer Welpenschule wurde uns der Target als Hilfsmittel vorgestellt. Targets sind eine sehr hilfreiche Sache. Sie erleichtern das Training in vielen Abläufen.

Target bedeutet nichts anderes als Ziel. In unserem Fall ist das Ziel die Hundenase oder auch die Pfoten.

Ich war von dieser Methode so begeistert, dass ich mit Emma sofort trainieren wollte. Nun musste ein Targetstab gekauft werden, denn Emma war noch so klein, dass sie nicht an meine Hand reichte. Ein einfacher Targetstab ohne Clicker ist völlig ausreichend. Ich habe mich wegen der etwas größeren roten Kugel am Ende für den „Mikki Target Stig“ entschieden.

Als Hörzeichen sind, Tipp / Touch oder Point üblich.

Unterschieden wird zwischen drei Arten:

Handtarget     →  die Hundenase berührt die Hand
Targetstab      →  die Hundenase berührt die Kugel am Ende des Targetstabs
Bodentarget   →  die Pfote/Pfoten berühren ein Teppichstück

Der Handtarget ist ganz einfach zu erlernen. Halte deinem Hund einfach eine Hand hin. Vermutlich wird dein Vierbeiner schon aus Neugierde zur Hand laufen. Sobald deine Fellnase mit der Nase die Hand berührt sagst du „Tipp, Touch“ oder „Point“ und belohnst ihn mit einem Leckerli oder einem kleinen Spielchen.

Wenn dein Hund dieses Signal verstanden hat, kannst du die linke und die rechte Hand abwechselnd einsetzen. Zur weiteren Steigerung hältst du nacheinander die Hände in unterschiedliche Höhen. Mal links, mal rechts, mal unten, mal oben, so entsteht ein kleines Spielchen.

Als weitere Steigerung lässt du deinen Hund deiner Hand folgen und sagst das Signal „Follow“. Mit diesem Signal kannst du deinen Hund lenken.

Der Einsatz des Handtarget eignet sich wunderbar in Alltagssituationen. Du kannst das Signal Touch/Point z.B. bei Joggern und Radfahrern einsetzen. In diesem Fall lenkst du die Aufmerksamkeit auf den Handtarget und weg vom Jogger oder Fahrradfahrer.

Der Handtarget wird häufig bei unsicheren Hunden eingesetzt. Sobald für den Hund eine ihn verunsichernde Situation abzusehen ist, lenkst du deinen Vierbeiner auf den Target. Schon hast du die Aufmerksamkeit deiner Fellnase.

Für das Einüben kleiner Tricks (Trickdogging) wird regelmäßig mit dem Handtarget gearbeitet.

der Handtarget

der Handtarget

Der Targetstab verlängert einfach nur deinen Arm und eignet sich insbesondere bei Welpen oder kleineren Hunden. Der Trainingsaufbau ist dem des Handtarget identisch. In diesem Fall übernimmt die Kugel am Ende des Stabes die Funktion deiner Hand.

Wir haben die Möglichkeiten und Vorteile des Targets schon in unserer Welpenschule kennengelernt. Bereits mit 12 Wochen ist Emma der roten Kugel gefolgt und hatte mächtigen Spaß dabei. Für Emma war es einfach ein kleines Spiel.

Emma berührt die rote Kugel

Emma berührt die rote Kugel

Für den Bodentarget nimmst du einfach einen kleinen Teppichrest. Am besten eignet sich ein Teppichrest, der zu einem Kreis von ca. 20 cm Durchmesser geschnitten wird.

Für den Trainingsaufbau legst du den Teppichrest auf den Boden und wartest bis dein Hund neugierig hinläuft. Sobald dein Vierbeiner den Teppichrest mit einer Pfote berührt, sagst du „Target“ und lobst deinen Hund.

Hab bei dieser Übung Geduld und hilf deinem Hund möglichst nicht! Dadurch lernt deine Fellnase sich die Aufgabe selber zu erarbeiten und das Signal sitzt deutlich besser.

Beherrscht dein Hund diese Übung, kannst du eine weitere Steigerung einbauen. Berührt dein Hund mit der rechten Pfote den Teppichrest heißt es „Tipp“ und für die linke Pfote „Tapp“.

Wir nutzen den Bodentarget z.B. für den Trainingsaufbau in einem vorher festgelegten Bereich (die Box). Die „Box“ wird mit Pylonen und einem dazugehörigen Band begrenzt. Der Teppichrest wird in die Mitte der „Box“ gelegt. Ziel der Übung ist, den Hund später aus 25 Meter Distanz in die „Box“ zu schicken.

Emma steht mit beiden Pfoten auf dem Bodentarget

Emma steht mit beiden Pfoten auf dem Bodentarget

Ich hoffe, ich konnte dir eine Anregung für ein neues, spannendes Spiel mit deinem Hund geben. Gerade in den Wintermonaten ist dies eine wunderbare Übung, die du immer wieder in den Tagesablauf einfließen lassen kannst.

Viel Spaß beim Üben wünschen
Emma und Sabine