Die Hundebox

Heute möchte ich wie versprochen auf die Hundebox zurückkommen.

Manche Leute denken bei einer Hundebox immer noch an einen Käfig. Ich muss zugeben, ich auch. Die Gitterboxen erinnern mich stark an einen Käfig. Aber sie haben ihre Vorteile. Und ich habe diese Vorteile, besonders für einen unsicheren Hund, schätzen gelernt.

Stubenreinheit

Du kannst eine Box nachts neben dein Bett stellen. Wird dein Welpe wach, wird er sich unter Garantie bemerkbar machen, da er sich in der Box nicht lösen wird. So kannst du dich schnell anziehen, mit deinem Hund rausflitzen und ihn sein Geschäft an seiner Pippi-Stelle machen lassen. Nun gibt es dickes Lob und ihr könnt weiter schlafen.

Die Hundebox als Transportbox

Eine Hundebox ist ideal um einen Hund zu transportieren, egal ob im Auto, in der Bahn, mit dem Schiff / der Fähre oder im Flugzeug. Die Vorschriften der jeweiligen Betreiber sind natürlich zu beachten. Für das Auto ist eine Transportbox die optimale Lösung. Auf einer Reise nimmt der Hund seinen Rückzugsort mit und fühlt sich in seiner gewohnten Umgebung sicher.

Die Hundebox als Rückzugsort

Eine geschlossene Hundebox kommt einer sicheren Höhle schon sehr nahe. Für einen ängstlichen Hund ein besonders großer Vorteil. Dein Hund wird schnell lernen diesen Ort aufzusuchen, wenn er Ruhe haben möchte. Aus diesem Grund darf der Hund niemals in seiner Box gestört werden!

Die Hundebox zum „Parken“ nutzen

Du kannst die Hundebox auch nutzen um Deinen Hund für kurze Zeit dort zu „parken“. Es gibt so viele Situationen in denen der Hund im Wege sein könnte. Du bist z.B. am Renovieren und die Farbeimer stehen im Wohnzimmer. Der Hund wird einfach für diese Momente in der Box abgelegt.

Welche Arten von Hundeboxen gibt es?

Es gibt drei verschiedene Arten von Hundeboxen, die ihre kleinen Vor- und Nachteile haben. Aus meiner Sicht ist die endgültige Entscheidung reine Geschmackssache.

Die Gitterbox

Es gibt klappbare Gitterboxen. Diese offenen Boxen haben den Vorteil, dass bei der Gewöhnung an die Box, ein Leckerli einfacher gereicht werden kann. Außerdem könnte es sein, dass ein unsicherer Hund, so eine Box bevorzugt, da sie zu allen Seiten offen ist. Im Sommer besteht der Vorteil darin, dass sie nicht so warm ist. Als Sichtschutz könnte man ein Tuch oder eine Decke darüber legen. Über diesen Link kannst du dir eine Auswahl dieser Boxen ansehen.

Faltbare Transportbox

Für diese Variante habe ich mich bei Emma entschieden, da mich der „Höhlengedanke“ überzeugt hat. Es handelt sich dabei um faltbare Stoffboxen, die sehr leicht sind. Nach ein paar Versuchen ist diese Variante schnell auf- und abgebaut, sodass sie anschließend wieder in ihre Tragetasche passt. Diese Box gibt es in diversen Ausführungen. Über dieser link kannst du dir eine Auswahl ansehen.

Kunststoff Hundbox

Als Emma Welpe war hab ich so eine Hundebox gehabt. Mir hat diese Art von Boxen nicht gefallen, da sie sehr sperrig und schwer sind. Diese Box kann aber eine Alternative sein, wenn sie an einem festen Ort stehen bleibt.

Jedoch brauchst Du so eine Box ggfs. für eine Flugreise. Da die einzelnen Fluggesellschaften diesbezüglich unterschiedliche Regelungen haben, empfehle ich dir, dich rechtzeitig zu erkundigen, welche Boxen zugelassen sind, damit du deinen Hund daran gewöhnen kannst.
Kleinere Hunde kannst du übrigens auch als Handgepäck mitnehmen. Die vorgeschriebenen Richtlinien wie Gewicht und / oder Größe differieren zwischen den einzelnen Fluggesellschaften.

Wie gewöhne ich meinen Hund eine eine Box?

Nun fragst du dich bestimmt, wie du deinen Hund an so eine Box gewöhnen kannst?
An erster Stelle steht: Die Box deinem Hund schmackhaft zu machen! Die Box soll keine Strafe sein, sondern ein Rückzugsort werden.

Nun werde ich dir beschreiben wie ich das bei Emma gemacht habe. Da mir erst vor einem Jahr die Vorzüge einer Box so richtig klar geworden sind, war Emma zum Zeitpunkt des Trainings knapp 3 Jahre.

Ich bin genauso vorgegangen wie ich ihr beigebracht habe auf ihren Platz (Körbchen) zu gehen. Dabei habe ich einen Clicker benutzt. Anstatt des Clickers kannst du auch mit einem „Markerwort“, wie z.B. „Box“ arbeiten.

Von Beginn an habe ich sehr viele Dinge bei zooplus bestellt. In jedem Paket war immer ein Spielzeug für Emma dabei. Schnell hatte sie den Bogen raus. Noch heute ist sie ganz aufgeregt, wenn ein Paket kommt. Somit war sie auch ganz gespannt als das Paket mit der Box kam.

„Ob wieder was Spannendes für mich dabei ist?“

Diese Neugierde habe ich ausgenutzt. Emma war bei dem Aufbau ständig dabei und durfte schnuppern und zusehen. Mit bestimmten Floskeln, die Emma kennt (was ist das denn..), habe ich ihre Spannung gesteigert.

Zu Beginn habe ich alle Seiten (bei unserer Box kann man die Seiten aufrollen, damit im Sommer der Wind durchwehen kann) offen gelassen, auch den oberen Teil, so dass nur die Rückfront geschlossen war. Emma konnte also von allen Seiten hinein und hinaus.

Für das erste Training stand die Box frei im Wohnzimmer. Nun habe ich, ohne Worte, angefangen jeden Kontakt mit der Box zu clickern und ein Leckerli gegeben. Immer und immer wieder. Emma sollte aus freien Stücken die Box erkunden und toll finden.

Erst nach einigen Tagen habe ich Emma ermuntert durch die verschiedenen Öffnungen zu laufen. Sie brauchte sich noch nicht hinlegen. Das Hinlegen habe ich einige Tage später, mit dem entsprechenden Handzeichen, geübt.

Im nächsten Step habe ich mich langsam, Schritt für Schritt, von der Box entfernt. Sobald Emma für einen Moment liegengeblieben ist habe ich ihr ein Leckerli zugeworfen.

Erst nach und nach habe ich die Seitenteile einzeln heruntergelassen, ohne sie zu schließen. Bis hierhin liefen die Übungen reibungslos ab. Es gab bei Emma keine Unsicherheiten. Erst als ich die Seitenteile schließen wollte gab es erste Anzeichen von Unsicherheit.

Sofort bin ich einen Trainingsschritt zurückgegangen und habe die Seitenteile wieder geöffnet, um Emma mehr Zeit zu geben sich mit ihrer Box anzufreunden.

Im letzten Schritt habe ich das obere Teil geschlossen. Dieser Prozess war bei Emma am schwierigsten. Es gefiel ihr gar nicht. Zu diesem Zeitpunkt habe ich das „Dach“ geschlossen gelassen und bin mit Schritt 1 wieder angefangen. Rein, raus, rein, raus usw. Jedes „Rein“ wurde geclickert und belohnt.

In diesem Trainingsabschnitt habe ich das Signal „Geh in deine Box“ eingeführt. Irgendwann hat sie sich auch hingelegt und wir haben ein Fest gefeiert.

Damit Emma sich in ihrer Box wohl fühlt, habe ich nicht nur ganz tolle Leckerli gegeben, sondern auch von dem Moment an, an dem sie etwas länger liegengeblieben ist, einen Kauknochen gegeben.  ….kauen beruhigt…

Danach bin ich angefangen Emma aus den unterschiedlichsten Räumen und Situationen in die Box zu schicken. Jeden Tag haben wir geübt, bis sie sich sicher in die Box gelegt hat und liegen geblieben ist.

Erst jetzt habe ich die Box an die vorgesehene Stelle plaziertt. Das passte Emma zuerst gar nicht. Es war wieder eine ungewohnte Situation. Aber nun konnte ich sie ja schon schicken und es hat nicht lange gedauert bis sie den neuen Platz ihrer Box angenommen hat.

Seit diesem Zeitpunkt schicke ich Emma nur sehr selten in die Box. Ich habe ihr einfach Zeit gegeben, die Vorzüge einer Box selber herauszufinden.

Heute, nach einem ¾ Jahr, geht Emma fast täglich von selber in ihre Box und bleibt stundenlang dort liegen. Döst oder schläft sogar.

Während ich diesen Artikel schreibe, schläft Emma, neben mir in ihrer Box. So tief und fest, dass sie gerade lautstark träumt. Vermutlich verarbeitet sie gerade unsere Obedience Trainingsstunde von vorhin. Für uns ein riesen Erfolg! Nur bei Gewitter klappt es noch nicht. Daran arbeiten wir noch.

Wenn du die Box auch als Transportbox nutzen möchtest, ist es sinnvoll, wenn du ein Auflösungssignal einführst. Bei uns ist es das ok. Emma darf z.B. das Auto erst verlassen, wenn ich ihr das ok. gegeben habe.

Bei der Box kannst du es so üben: Dein Hund liegt in der Box. Wenn du ok sagst und dein Hund daraufhin rauskommt, gibt es ein Leckerli. Kommt Dein Hund ohne Signal raus, gibt es kein Leckerli. Du wirst sehen wie schnell dein Hund das „Rein – Raus – Spiel“ begreifen wird.

Bisher habe ich mit Emma noch nicht geübt die Box ganz zu schließen, da wir das nicht brauchen. Ich würde das wie mit den Seitenteilen üben. Zuerst nur runterhängen lassen und erst wenn es Emma nicht mehr stört, den Reisverschluss anfangen zu schließen. Stück für Stück, erst die eine Seite, dann die andere Seite bis die Box ganz geschlossen ist. Alles braucht seine Zeit…..

Emma macht natürlich die Augen auf ums zu schauen was ich da mache....

Emma macht natürlich die Augen auf ums zu schauen was ich da mache….

Bis zum nächsten Mal
Deine Sabine

6 Gedanken zu „Die Hundebox

    1. Sabine Wickel Artikelautor

      Hallo Ricarda es freut mich, wenn Dir der Artikel geholfen hat. Solltest Du Fragen haben, melde Dich gerne.

      Antworten
  1. HeikoHerrlich

    Hi Sabine,
    ich finde den Artikel wirklich klasse! Hast dich sehr mit den Thema auseinander gesetzt! So ähnlich haben wir es mit unseren auch immer wieder gemacht! Was mir etwas fehlt sind die Vorzüge einer Hubdebox. Z.B. Den Welpen stubenrein zu bekommen hast du ja kurz angerissen, über einen Erfahrungsbericht hätte ich mich jedoch sehr gefreut! Wie hier ganz gut beschrieben: http://www.welpen-erziehen.eu/welpen-erziehen/welpen-stubenrein-bekommen/ Allerdings auch ohne Erfahrung!
    Hast du da auch schon Erfahrung mit gemacht?

    Antworten
    1. Sabine Wickel Artikelautor

      Hallo Heiko,

      vielen Dank für Dein Lob und die Anregung. Bei unseren vorherigen Hunden hatten wir nie eine Hundebox. Leider habe ich bei Emma von den Vorzügen einer Hundebox erst in ihrem zweiten Lebensjahr erfahren. Somit habe ich keine Erfahrung bei dem Thema einen Welpen mit Hilfe einer Hundebox stubenrein zu bekommen. Wahrscheinlich würde ich diese Vorgehensweise auch nicht anwenden, da für mich eine Hundebox ausschließlich ein Rückzugsort sein soll.

      Antworten

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