Selbstbewusstsein steigern

Ein ganz wichtiger Punkt drehte sich um Emmas Selbstbewusstsein. Ich musste dringend Emmas Selbstbewusstsein steigern. Wie stärkt man bei einem Hund das Selbstbewusstsein? Eigentlich genauso wie bei kleinen Kindern. Durch Erfolgserlebnisse!

Wie bei Kindern, gehört auch bei Hunden ein gutes Körpergefühl zu einem gesunden Selbstbewusstsein. Täglich habe ich Emma ermuntert sich Herausforderungen zu stellen. Egal ob es darum ging Treppenstufen (nur 3-4 Stufen) rauf und runter zu laufen oder über einen Baumstamm zu balancieren, über eine Graben oder auf einen Baumstumpf zu springen. So lernte Emma Schritt für Schritt sich draußen wohl zu fühlen.

Diese Vorgehensweise wende ich noch heute an. Zurzeit wird unser großer Spielplatz im Park erneuert. Im Moment finden sich dort zwei große Erdhügel. Ca. 1,50 Meter hoch und 3 Meter lang. … und die Erde rutscht…. Aber Emma fand es einfach toll dort rauf- und runterzulaufen. Andere Spaziergänger meinten, ich hätte eine kleine Gämse….

Diese kleinen Spielchen haben einen weiteren Vorteil. Der Spaziergang wird zum Abenteuer mit seinem Menschen.

Außerdem bin ich schon sehr früh mit „Intelligenzspielzeug“ angefangen. Als Erstes habe ich das „Doggy Brain Train“ von Karlie gekauft. Hierbei handelt es sich um ein einfaches Solitäre. Das „Hütchen“ muss angehoben werden um an das Leckerli zu kommen. Als Emma es das erste Mal geschafft hatte, ist sie vor Freude wie ein Flummi gesprungen. Das Leckerli interessierte sie  gar nicht. Nur das Erfolgserlebnis zählte! Für mich war es die reinste Freude meinen Hund so fröhlich zu sehen. Gerne erinnere ich mich an diesen Moment zurück.

Nach und nach kamen weitere Intelligenzspielzeuge von Trixie hinzu. Gerade in den Wintermonaten bekommt Emma ihre tägliche Trockenfutterration ausschließlich über Suchspiele. Bis heute hat Emma an diesen Spielchen ein riesen Vergnügen.

Zusätzlich habe ich häufig einen kleinen Agility – Parkour in der Wohnung aufgebaut. Dafür habe ich z.B. eine einfache Haushaltsleiter auf den Boden gelegt. Emma sollte über diese Leiter laufen. Diese Übung ist für einen Hund extrem schwierig, da sie enorme Konzentration verlangt. Alle vier Pfoten müssen genau gesetzt werden. Zu Anfang kannst du die Leiter quer legen, später längs.

ganz konzentriert geht Emma über die Leiter

ganz konzentriert geht Emma über die Leiter

Oder ich nehme zwei Aufbewahrungsboxen, die ich mit einem Abstand von ca. 1 Meter gegenüber aufstelle. Darüber lege ich einen Besen. Als Welpe bzw. Junghund sollte Emma unter dem Stab hindurch laufen. Heute springt Emma über den Stab oder schleicht unten drunter.

Emma vor dem "Hopp"

Emma vor dem „Hopp“

Im Agility Sport gibt es das Signal „Tisch“. In diesem Fall soll sich der Hund auf ein Podest setzen. Auch diese Übung habe ich mit einer Aufbewahrungsbox geübt. Heute ist Emma für die Aufbewahrungsbox etwas groß, aber es geht noch so gerade eben….

Emma zeigt das Signal "Tisch!

Emma zeigt das Signal „Tisch!

Du kannst auch verschiedene Tücher oder Planen aus unterschiedlichen Materialien auf den Boden legen und deinen Hund darüber laufen lassen. Eine besondere Herausforderung für Hunde sind Plastikmaterialien die knistern. Nimm hierfür z.B. einen einfachen blauen Müllsack.
Irgendwann hab ich einen Hula-Hoop Reifen gekauft. Emma hat gelernt hindurchzuspringen, oder sich in den liegenden Reifen zu setzen.

Emma sitzt an einem ihr vorgegebenen Punkt. In diesem Fall der Hula-Hoop Reifen.

Emma sitzt an einem ihr vorgegebenen Punkt. In diesem Fall der Hula-Hoop Reifen.

Später kam noch ein Kinderspieltunnel hinzu. Der Tunnel war für Emma ein großes Problem. Aber mit viel Geduld und Mühe – ich bin durch den Tunnel gekrabbelt – hat Emma auch diese Aufgabe gemeistert.

Eine kleine Geschichte aus unserem Obedience Training. Emma sollte das erste Mal über eine Hürde springen. Hat sie natürlich nicht gemacht. In der Natur springt sie richtig klasse. Aber über die Hürde wollte sie partout nicht springen. Warum springen, wenn man auch drum herum laufen kann?

Emma ist nicht über die Hürde gesprungen, da sie nicht sehen konnte was sich dahinter verbirgt. Dieses Problem kann man häufiger beim Springreiten sehen.

Was habe ich nun gemacht, damit Emma diese Übung meistert? Ich habe wieder die beiden Aufbewahrungsboxen hervorgeholt, den Besen darüber gelegt. Zusätzlich habe ich über den Besenstiel ein weißes Handtuch gehängt. Nun konnte Emma nicht mehr sehen was hinter dem Hindernis ist. Da Emma sich in unserer Wohnung wohl und sicher fühlt und jeden Zentimeter genau kennt, dauerte es nicht lange, bis sie gesprungen ist. Wir haben ein Fest gefeiert! Wieder eine Aufgabe gelöst.

Und siehe da, bei dem nächsten Obedience Training ist Emma ohne Probleme über die Hürde gesprungen.

Du siehst mit ein bisschen Phantasie kannst du dir viele kleine Spielchen mit deinem Hund einfallen lassen. Das Selbstvertrauen deines Hundes steigt. Außerdem gewinnt dein Hund Vertrauen zu Dir und die Bindung wird enger.

In den vergangen Artikeln habe ich vier unkonventionelle Trainingsarten vorgestellt.

• Wohlfühlmomente erhöhen
• Ansagen und clickern
• Durch Beobachten lernen
• Selbstbewusstsein steigern

Bis heute spielen alle vier Trainingsarten eine große Rolle in unserem täglichen Tagesablauf.
Ein sanftes Alltagstraining wie Platz, Bleib, Rückruf, locker an der Leine gehen usw. begann bei Emma erst mit ca. 7 / 8 Monaten. Zu diesem Zeitpunkt war Emma ungefähr 3-4 Monate, anderen Junghunden gegenüber, in ihrer Entwicklung zurück.

Viele normale Sozialisierungsmaßnahmen, wie z.B. an einer stark befahren Straße laufen, haben bis dahin mit Emma nicht stattgefunden. Wir hatten genügend andere Probleme die erst einmal gemildert werden sollten.

Eine riesen Herausforderung sollten noch unsere „Hundebegegnungen“ werden. Dazu in einem der nächsten Artikel mehr.
Liebe Grüße
Sabine