Wieviel Schlaf braucht ein Hund?

Schlaf und Ruhe sind für einen Hund genauso wichtig wie für uns. Auch Hunde verarbeiten ihre Erlebnisse des Tages im Schlaf. In verschiedenen Studien haben sich bei Schlafentzug fünf Phasen herauskristallisiert:

  • Phase 1: die Hunde sind überdreht
  • Phase 2: unkonzentriert und fahrig
  • Phase 3: nervös und schnell reizbar
  • Phase 4: kränklich und aggressiv
  • Phase 5: erleiden schwere und chronische Erkrankungen

Außerdem hat sich in den Studien gezeigt, dass die o.g. Phasen bei den verschieden Rassen unterschiedlich ausgeprägt auftreten.

Als Beispiel: Retriever-Rassen werden schneller chronisch krank während Terrier-Rassen eher aggressiveres Verhalten zeigen.

Emma war bis zu ihrer Immuntherapie mit 18 Monaten, sehr häufig erkältet, die Rückenmuskulatur war verspannt und sie hatte eine chronische Augenentzündung.

Wieviel Schlaf braucht ein Hund?

Gängig sind folgende Richtlinien:

  • Der erwachsene Hund benötigt 17 – 20 Stunden Schlaf
  • Welpen, Senioren und kranke Hunde benötigen 20 – 22 Stunden Schlaf
    Ruhezeiten gehören dazu.

Von den genannten Zeiten war Emma meilenweit entfernt. Emma war ständig unruhig, immer auf der Hut und nervös. Es könnte mir ja ein Bleistift aus der Hand fallen….

Wie aber bringe ich nun meinen Hund zur Ruhe?

Unsere erste Trainerin gab mir als ersten Rat, die Wohlfühlmomente zu erhöhen!!! Erziehung und Training sollten in diesem Stadium keine Rolle spielen!!!

Ich bin also angefangen Emma zu beobachten um herauszufinden in welchen Situationen sie sich wohl fühlt. Achtung, der Hund sollte nicht bemerken, dass er beobachtet wird!

Spielen fand Emma toll. Also hab ich mit ihr gespielt. Dabei habe ich einen gravierenden Fehler gemacht! Mit schnellen Spielen, wie z.B. mit einem Ball oder Tau, habe ich Emma immer weiter „hochgepuscht“. So wurde sie noch aufgedrehter. Das habe ich aber erst viel später erkannt. Heute würde ich definitiv anders handeln.Ruhige Spiele! Das kann auch mit einem Ball sein, aber auf keinen Fall hochpuschen.

Heute würde ich eher Suchspiele machen. Falls du Trockenfutter benutzt, verstecke das Trockenfutter. Ich habe z.B. das Trockenfutter in Toilettenpapierrollen, die ich an beiden Enden mit Zeitungspapier zugestopft habe, versteckt. Eine große Herausforderung für einen Welpen. Das Zeitungspapier muss herausgezupft werden um an das Futter zu gelangen und die Rollen trudeln auch noch weg. Bei dieser Übung muss der kleine Welpe sich konzentrieren und wird dabei immer geschickter, da er ein besseres Körpergefühl bekommt. So ein anstrengendes Spiel macht müde.

Langsam kannst du dieses Spiel steigern. Ich habe zusätzlich Haushaltspapierrollen genommen. Aus den langen Rollen ist es viel schwerer an das Futter zu gelangen. Im nächsten Schritt habe ich die verschiedenen Rollen versteckt. Zuerst in nur einem Zimmer und zuletzt in der ganzen Wohnung.

Ein großes Augenmerk habe ich darauf gelegt, dass ich Emma durch den im letzten Artikel beschriebenen Griff, zur Ruhe bekomme. Ich weiß gar nicht wie viele Stunden Emma bei mir am Schreibtisch auf dem Schoss gelegen hat. Dort konnte sie entspannen und einschlummern.
Außerdem hat Emma gerne zwischen meinen Beinen gelegen. Wahrscheinlich hat sie sich dort geborgen gefühlt.

Emma versucht sich zu entspannen

Emma versucht sich zu entspannen

So habe ich viele Stunden mit ihr auf dem Fußboden verbracht….

Was kann ich tun, wenn mein Hund nicht fressen will?

Ängstliche Hunde können meistens schlecht fressen. Bei Emma war dies der Fall. Da musste ich mir etwas einfallen lassen. Inzwischen hatte ich erfahren, dass „Schlecken“ beruhigt. Somit habe ich aus meiner Hand einen „Handkong“ geformt. Einfach die Hand schließen, sodass ein kleiner Trichter entsteht. Aus diesem Handkong hat Emma fast ein ganzes Jahr jede Mahlzeit bekommen. Noch heute liebt Emma es aus dem Handkong ein Leckerli zu fischen.

Damit Emma genug trinkt, habe ich vom Tierarzt eine Spritze bekommen. So habe ich Emma ab und an vorsichtig Wasser ins Maul gespritzt. Sie sollte sich ja nicht an dem Wasser verschlucken. Aber ich habe sie auch einfach aus der Hand schlabbern lassen.

Der Ruheplatz

Auch die Platzierung des Hundekorbes spielt eine große Rolle. Der Ruheplatz sollte in einer ruhigen Ecke sein. Nicht an einem Platz, an dem ständig jemand vorbei läuft, aber auch nicht in der hintersten Ecke, wo der Hund gar nichts mitbekommt. Dein Hund soll schon an dem Tagesgeschehen teilnehmen. Außerdem sollte der Hund möglichst keinen direkten Blick auf die (Wohnungs-) Tür haben. Dies kann Unruhe erzeugen, da der Hund ständig mitbekommen möchte was dort vor sich geht. Außerdem kann es passieren, dass aus deinem Hund ein kleiner Wachhund wird, der bei dem kleinsten Geräusch zur Tür läuft und bellt.

Leider habe ich erst sehr viel später von den Vorteilen einer Hundebox erfahren. Eine Hundebox ist wie ein Höhle für den Hund und somit ein hervorragender Rückzugsort. Zusätzlich hat die Hundebox den Vorteil, dass du sie überall mit hinnehmen kannst, z.B. in den Urlaub. Da das Gewöhnen an eine Hundebox nicht ganz so einfach ist, werde ich in einem späteren Artikel ausführlich darauf zurückkommen.

Konditioniere ein Entspannungssignal

Ein Entspannungssignal ist auch ein Weg den Hund zur Ruhe zu bringen. Über diese Möglichkeit habe ich erst im Zusammenhang mit TTouch (Tellington Touch) erfahren. Da diese Methode sehr speziell ist, habe ich dir hier einen link eingebaut. Auf dieser Seite kannst du bei Bedarf einen Lehrer in deiner Nähe finden.

Wenn Du etwas Einfacheres versuchen möchtest, denke dir ein Signalwort aus. Das kann lalelu, müüüüde, schlaaaaf oder ruuuuhig sein.

Zunächst versuchst du herauszubekommen wann dein Hund sich gut entspannen kann. Das kann auf deinem Schoss sein oder wenn du ihm sein Bäuchlein kraulst, den Rücken abstreifst oder hinter den Ohren kraulst. Eventuell funktioniert es abends besser als nachmittags. Probiere es einfach aus, da jeder Hund anders ist.

Im nächsten Schritt verbindest du das Signalwort mit dem beruhigenden Streicheln.
Nehmen wir als Beispiel diese Situation. Dein Hund liegt bei dir völlig entspannt auf dem Schoss, dabei kraulst du ihm hinter den Ohren. In diesem Moment der Entspannung singst du leise lalelu. Es bedarf sehr vieler Wiederholungen bis das Signalwort ausreicht um einen Hund in die Entspannung zu bringen. Aber einen Versuch ist es allemal wert.

Wenn ich Emma abends zur Ruhe bringen möchte mache ich es wie folgt: Emma kennt das Signal „Plumps“. Sie legt sich dann auf die Seite. In dieser Position, streife ich Emma nach der TTouch Methode ab und singe leise lalelu vor mich hin. Es ist mir schon gelungen, dass Emma dabei einschläft. Ausschließlich auf das Signalwort reagiert Emma bis heute nicht mit Entspannung. Daran müssen wir noch arbeiten.

Das soll es für heute gewesen sein. Freu dich mit deinem Hund auf den nächsten Artikel.
Deine Sabine